Professionelle Hilfen in Familien

Seit mehr als 20 Jahren leistet der VSE professionelle Jugendhilfe im familiären Kontext.

Ausgehend von dem Ziel, möglichst kleine Bezugsrahmen zur Verfügung zu stellen und der Erfahrung, dass es für viele Kinder und auch für Jugendliche eine fachliche Notwendigkeit ist, familiäres Leben noch einmal anders zu erfahren, haben wir seitdem eine größere Anzahl von Fachkräften und geeigneten Personen unter Vertrag, die professionelle Hilfe anbieten.

Erziehungsstellen

In einer Erziehungsstelle werden 1 bis 2 Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene in einer Profi-Familie, einer -Lebensgemeinschaft oder von einer allein lebenden Fachkraft in ihrem Haushalt über Tag und Nacht betreut und versorgt.

Erziehungsstellen des VSE berücksichtigen die Lebensweltbezüge der Kinder und Jugendlichen. Ein Ziel dabei ist, die Herkunftsfamilie, aber auch andere Bezugspersonen des aufgenommenen Kindes oder Jugendlichen,  zur Zusammenarbeit zu motivieren und an der Gestaltung der Prozesse zu beteiligen. Neuaufnahmen werden möglichst regional oder stadtteilbezogen vorgenommen,  um ressourcenorientiertes Handeln zu ermöglichen, das soziale Umfeld  einzubeziehen, die Herkunftsfamilie weitergehend einbinden zu können, und um die späteren  Ablösungs- und Rückführungsprozesse effektiver zu gestalten.

Dies soll ermöglichen, dass die Kinder und Jugendlichen die professionelle Familie flexibel, ihren Bedürfnissen und der häuslichen Situation in der Herkunftsfamilie entsprechend, nutzen.

Die daraus resultierende verstärkte Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie bedeutet eine weitergehende Anforderung und Qualifikation  der Erziehungsstelle bzw. der dort tätigen Fachkraft.  Die Qualifikation ergibt sich aus den von der VSE-Philosophie abgeleiteten Faktoren Grundhaltung, Menschenbild, Suchhaltung, Bereitschaft zu begleitenden Qualifizierungen, Berufserfahrung, Persönlichkeit, Lebenserfahrung, Ausbildung, vorhandene Fort- und Weiterbildung.

Die Betreuungen werden geschlechtsbewusst durchgeführt und berücksichtigen die jeweiligen sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Besonderheiten im Sinne von § 9 SGB VIII. Der Arbeitsansatz ist geprägt durch Kontinuität, Sozialräumlichkeit und Einbeziehung der Herkunftsfamilie.

Die Erziehungsstellen des VSE liegen in räumlicher Nähe zueinander, um einen kollegialen Austausch, erforderliche Hilfestellung untereinander sowie die Bildung einer Fachgruppe zu ermöglichen.

Die einzelnen Erziehungsstellen und ihre Fachgruppen werden von den in den jeweiligen Bereichen befindlichen Beratungs- und Geschäftsstellen begleitet.